Geschichte macht schlau – Menschenrechtsorientierte Demokratiebildung stärken

Astrid Rothe-Beinlich: Rot-rot-grüne Landesregierung stärkt Lernen am anderen Ort

Heute stellen der Thüringer Bildungsminister Helmut Holter, Dr. Jörg Ganzenmüller als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg und Mira Keune als Geschäftsführerin des Grenzlandsmuseum Eichsfeld eine Zielvereinbarung mit der Landesschülervertretung zur schulischen Vermittlung von DDR-Geschichte und zur vereinfachten Förderung für Fahrten zu Gedenkstätten vor.

Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, bildungspolitische Sprecherin und zuständig für das Thema Aufarbeitung in der bündnisgrünen Landtagsfraktion:

Geschichte macht schlau. Das Wissen um unsere Wurzeln, die Herkunft, die Wirkmechanismen der SED-Diktatur mit all ihren Folgen müssen selbstverständlicher Bestandteil der schulischen Vermittlung von Geschichte sein. Deshalb begrüßen wir mit Nachdruck die in den letzten Monaten erarbeitete Zielvereinbarung. Sie zeigt, dass Rot-Rot-Grün der Selbstverpflichtung nachkommt, die Erinnerung wach zu halten und sich kritisch und fundiert mit der jüngsten Vergangenheit auseinanderzusetzen, die vieles bis heute, fast 28 Jahre nach der friedlichen Revolution, nachhaltig prägt.

Thüringen ist reich an authentischen Erinnerungsorten und Zeitzeug*innen, die es in die Aufarbeitungsgeschichte an Schule einzubeziehen gilt.

Der Besuch einer Bildungs-, Begegnungs- und Gedenkstätte sollte selbstverständlicher Bestandteil des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts sein, sind das doch die Orte, an denen Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar wird. Beispielhaft genannt seien hier neben den Grenzmuseen auch die Bildungs- und Gedenkstätte in der Erfurter Andreasstraße oder die Begegnungsstätte Amthordurchgang mit ihren eindrucksvollen Stufen zur Freiheit“, so Astrid Rothe-Beinlich weiter.

Gerade die Erfahrung der DDR lehrt uns aber auch, wie wichtig beispielsweise freie Wahlen sind. Umso mehr muss uns das Thüringer Ergebnis der sog. U18 Wahl zu denken geben, zeigt es doch deutlich, wie wichtig es ist, menschenrechtsorientierte Bildung zu stärken, aber auch Mitsprache und Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Wirklichkeit in Schule Raum zu geben. Die Koalitionsfraktionen haben für das nächste Plenum einen jugendpolitischen Antrag auf die Agenda gebracht, der sich genau mit solchen Fragen befasst“, gibt die Grünenpolitikerin zu bedenken.

Als problematisch erachte ich zudem, dass sich manche Schule gefühlt vor der Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte und mit Politik “drückt”. Hier wollen wir alle ermutigen, sich dieser wichtigen Frage auch fächerübergreifend zu stellen. Bildungs- und Gedenkstätten aber auch die Grenzmuseen können hier wichtige Partner sein, deren Expertise es zu nutzen gilt, um Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu erfahren sich ihr zu stellen, sie zu begreifen und aus ihr zu lernen“, schließt Rothe-Beinlich.

Bild: In der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt

veröffentlicht am 22.09.2017

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